Concept Sports

Nachdem Gewinn der Meisterschaft in der Deutschen Nachwuchs-Liga sind laut Trainer Ewald Steiger beim EV Landshut "alle einfach unheinlich happy"

Auch Stunden nach dem erlösenden Siegtreffer durch Sebastian Busch hatten Akteure und Trainer der DNL-Mannschaft des EV Landshüt noch nicht ganz realisiert, was ihnen da gelungen war. Als Tabellenachter der Vorrunde hatten die Niederbayern am Sonntag mit einem 4:3 nach Penaltyschießen bei den Starbulls Rosenheim sensationell die deutsche Meisterschaft in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) gewonnen.

Es war der sechste Penalty, der am Sonntagnachmittag die Entscheidung brachte - und das nur, weil sich Torschütze Sebastian Busch nicht an die Vorgabe von Trainer Ewald Steiger hielt. „Eigentlich müsste ich mit ihm stinkig sein, denn wir hatten vereinbart, dass wir nicht versuchen wollen, den Torwart auszuspielen. Er hat‘s trotzdem gemacht“. beschrieb Steiger den entscheidenden Moment des dritten Finals. Danach kamen die EVL-Jungspunde aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. „Wir haben die Jungs in Rosenheim fast gar nicht mehr vom Eis und aus der Kabine bekommen. Alle sind einfach unheimlich happy“, sagte Steiger, bevor er gemeinsam mit der Mannschaft diesen Riesenerfolg zünftig und standesgemäß feierte. Den Schlüssel zum Erfolg sieht Verteidiger Stefan Kronthaler übrigens in einem entscheidenden taktischen Schachzug des Trainers und im Sturz auf den letzten Tabellenplatz zum Ende der Hauptrunde. „Wir haben erst gar keinen Gedanken an die Playoffs verschwendet und waren schon glücklich, als wir den Abstieg vermieden hatten“, glaubt Kronthaler, dass der vorausgegangene Kampf um den Klassenerhalt die Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt hat. „Außerdem haben wir unser ganzes System umgestellt, sind viel defensiver aufgetreten und haben auf Konter gelauert. Das hat perfekt funktioniert und dafür muss man Ewald Steiger ein Kompliment machen“, versucht der Abwehrstratege das Erfolgsgeheimnis zu lüften.

Doch der Chefcoach geht noch einen Schritt weiter. „Ich glaube, wenn wir im Viertelfinale nicht gegen Mannheim gespielt hätten, wären wir bestimmt ausgeschieden. Gegen Krefeld haben wir dann die Gunst der Stunde genutzt“, erklärt Steiger den Erfolgslauf seines Teams, das auch in der Finalserie immer dann am stärksten war, wenn es mit dem Rücken zur Wand stand. „Das ist eine unglaubliche Leistung. Alles ist abgelaufen wie in einem FIIm, erinnert sich der Trainer, dem die Spieler nach der Pokalübergabe auch die obligatorische Sektdusche verpassten, an die entscheidenden Minuten in Rosenheim.

Bleibt noch zu klären, was dem Eishockey-Standort Landshut von diesem Erfolg bleiben wird. „Ich wünsche mir, dass alle, die uns während der Playoffs ihre Hilfe angeboten haben, ihre Zusage auch einhalten“, hofft Steiger auch in der Zukunft auf die Unterstützung der Landshuter Wirtschaft, weil sonst die finanzstarken Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) dem deutschen Nachwuchs-Meister schon bald den Rang ablaufen könnten. „Auch die DNL kostet durch die hohen Reisekosten richtig Geld. Deshalb müssen wir reagieren, wenn wir weiter vorne dabei sein wollen“, wagt der Meistertrainer schon mal einen Blick in die Zukunft. Zunächst darf man einen solchen Triumph natürlich ausgiebig genießen. In jedem Fall ist nämlich der DNL-Titel eine weitere bemerkenswerte Auszeichnung für die exzellente Nachwuchsarbeit des EV Landshut - und zugleich eine große Chance für die kommenden Jahre.

-mm- aus der Landshuter Zeitung vom Dí., 15.03.2011