Concept Sports

Die U 20 DNL Division I verlangt den Vereinen viel ab – vom Verband kommt bisher wenig zurück

Die Diskussionen unter der Club-Vertreter im Rahmen der jüngsten Strukturreform im deutschen Eishockey-Nachwuchs waren lang und intensiv. Jetzt erwacht die neue U 20 DNL Division I und muss beweisen, ob sie den Vorschusslorbeeren der Verbandsvertreter gerecht werden kann. Die Vorbereitungen auf die Premierensaison verliefen dabei eher schleppend und auch von einer großen Euphorie ist gerade ein halbes Jahr nach dem Gewinn der Silbermedaille von Pyeongchang nicht viel zu spüren. „Der DEB hat mit der neuen Division I Strukturen geschaffen, um den Leistungssport zu stärken. Von den Vereinen wird eine hohe Flexibilität erwartet. Aus meiner Sicht wird es jetzt aber auch Zeit, dass der DEB in die Gänge kommt“, fordert EVL-Nachwuchschefcoach Rupert Meister signifikante Verbesserungen der Liga, speziell in der Außendarstellung. Wer sich über die Liga, in der sich fortan die besten deutschen Nachwuchsspieler messen sollen, informieren will, findet in den Untiefen der DEB-Seite lediglich Spielplan und Tabelle. Über die Sommerpause ist es nicht gelungen, für die neue Liga eine eigene Website auf die Beine zu stellen, geschweige denn eine Generalvermarktung voranzutreiben. Diese aber ist für viele Verantwortliche essentiell, will man auch in der Nachwuchsarbeit vom Olympia-Coup des Nationalteams profitieren. „Es wird immer wieder betont, dass diese Division I ein elitärer Kreis ist. Hier spielen die besten deutschen Nachwuchsspieler und rein leistungsmäßig ist das Niveau sicher mit dem der DEL 2 vergleichbar. Aber in der Öffentlichkeit bekommt man davon nichts mit“, erwartet Rupert Meister, dass sich der Verband diesem Thema unverzüglich annimmt, damit sich der Stellenwert des Eishockey-Nachwuchses noch deutlich verbessert. Darüber hinaus rieben sich die Vereinsvertreter beim Betrachten des Spielplans verwundert die Augen. Dass eine Zweieinhalbfachrunde in der Planung ihre Tücken beinhaltet, versteht sich von selbst. Doch das reicht sicher nicht aus, um beispielweise zu erklären, warum der EVL mit sechs Heimspielen in die Saison startet oder innerhalb der letzten sechs Spieltage gleich viermal die Schläger mit den Jungadlern Mannheim kreuzen muss. Kurzum: Der Anfängerfehler sind genug gemacht und der DEB wäre sicher gut beraten, in Sachen Professionalität mit einem guten Beispiel voranzugehen. Ansonsten läuft man Gefahr eine weitere Chance, die Nachwuchsarbeit im deutschen Eishockey zu stärken, verstreichen zu lassen.  

Quelle: Marcel Meinert