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           Landshuter macht beim 6:5 seiner Arizona Coyotes in Washington gleich mal den Unterschied

Das ist eine Geschichte, wie sie nur der Sport schreibt! Der gebürtige Landshuter Tobi Rieder hat sein überraschendes Debüt in der nordamerikanischen Profiliga (NHL) gleich mit einem spielentscheidenden Tor gekrönt. Im Auswärtsspiel bei den Washington Capitals besorgte der 21-jährige Niederbayer in der 56.Spielminute das zwischenzeitliche 6:3 für seine Farben. Washington kam zwar noch auf 5:6 heran, konnte Rieder & Co den Sieg aber nicht mehr nehmen.  


Zu seinem NHL-Debüt kam Rieder quasi wie die Jungfrau zum Kind. Erst einen Tag vor dem Gastspiel in der US-Hauptstadt beorderten die Coyotes den Landshutern von Albany, dort hätte er mit den Portland Pirates in der AHL spielen sollen, nach Washington. Rieder setzte sich in den nächsten Flieger und konnte sein Debüt trotz aller Nervosität vom ersten Augenblick an genießen. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Schon die ersten Wechsel liefen überragend. Und wenn es dann so ausgeht, ist ein Traum“, sagte Rieder nach dem Spiel in einem Telefonat mit Christian Donbeck, dem Geschäftsführer der Landshuter LES GmbH, der nach einem Gespräch von Rieder mit seinen Eltern auch gleich noch mit dem EVL-Eigengewächs Kontakt aufnahm. Genau wie seine Eltern, verfolgte auch Donbeck Rieders-Debüt am heimischen Bildschirm und telefonierte nach gelungenen Aktionen des 21-Jährigen, der gleichmal zwei Strafzeiten zog, und natürlich auch dem Tor in der 56.Minute immer wieder mit Rieders Vater. „Wir sind alle einfach unheimlich stolz auf Tobi. Dass er bei seinem Debüt gleich so viel Eiszeit bekommt, war schon der Wahnsinn. Er ist von Anfang an Vollgas gegangen und durfte gleich in der dritten Reihe spielen. Das Finale mit dem Tor war natürlich ein Traum“, schwärmte Donbeck, der außerdem berichtete, dass Rieders Traumdebüt auch Gesprächsthema Nummer eins bei der morgendlichen Trainingseinheit des EVL Landshut Eishockey war. Schließlich bereitete sich Rieder noch im August gemeinsam mit dem EVL-Team auf die neue Saison vor.   Insgesamt erhielt Rieder 11:30 Minuten Eiszeit und gab dabei drei Torschüsse ab. Schon in der ersten Drittelpause gab er sein erstes TV-Interview. Seine große Stunde schlug dann in der 56.Spielminute: Bei einem Zwei-auf-Eins-Break bediente ihn Coyotes-Kapitän Kapitän Shane Doan mustergültig und Rieder verwandelte per Handgelenksschuss gegen Caps-Goalie Justin Pieters. Am Ende machte Rieders Tor beim 6:5 sogar den Unterschied zugunsten der Arizona Coyotes aus – logisch, dass er von seinen Teamkollegen besonders gefeiert wurde und sich zur Erinnerung gleich den Puck seines Tores sicherte.   „Das ist unglaublich", sagte Rieder nach dem Spiel im Interview mit FoxSports Arizona. „Ich glaube, ich begreife noch gar nicht richtig, was passiert ist." Er könnte sich noch an den Pass erinnern und dann dass er den Puck oben reingehauen habe. "Ich genieße, was hier passiert. Es war einfach toll." Auf die Frage, wen er nun als Erstes anrufen werde, sagte er: "Meine Eltern."

Rieder durchlief von 2005 bis 2010 die Talentschmiede des EV Landshut und wechselte nach einer starken Premierensaison in der 2.Eishockey-Bundesliga beim EVL im Jahr 2010 nach Nordamerika und wurde 2011 von den Edmonton Oilers gedraftet. 2013 wechselte er dann im Rahmen eines Tauschgeschäftes zu den Arizona Coyotes und empfahl sich jetzt mit starken Statistiken bei den Portland Pirates, in neun Einsätzen gelangen ihm vier Tore und zwei Assists, für höhere Aufgaben. Dass er aber so in der NHL einschlagen würde, hätte sich Rieder aber bis vor wenigen Tagen in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können.

 

Marcel Meinert

Tobias Rieder mit den Puck seines ersten NHL-Tores und seines NHL-Debüts. (Foto: Facebook/Arizona Coyotes)